Geschichte
Römisches Reich: 10 Daten und 7 Aufgaben mit Lösungen
Das Römische Reich beginnt 27 v. Chr. mit Augustus und endet im Westen 476 n. Chr. Zehn Schlüsseldaten, die Kaisertabelle und 7 Aufgaben mit Lösungen.
Empfohlen für: 8. Klasse · 9. Klasse
Das Römische Reich ist die Phase der römischen Geschichte von 27 v. Chr., als Octavian zu Augustus wird, bis 476 n. Chr., als im Westen der letzte Kaiser abgesetzt wird. Das sind 502 Jahre im Westen, dazu die 977 Jahre des Oströmischen Reiches, das bis 1453 weiterbestand.
| Kurz gefasst | Römisches Reich |
|---|---|
| Beginn | 27 v. Chr., Octavian erhält den Titel Augustus |
| Ende im Westen | 476 n. Chr., Absetzung des Romulus Augustulus |
| Ende im Osten | 1453, Fall Konstantinopels |
| Größte Ausdehnung | etwa 5 Millionen km², 117 n. Chr. unter Trajan |
| Bevölkerung | geschätzt 50 bis 70 Millionen Menschen |
| Hauptstädte | Rom, dann Konstantinopel (ab 330) und Ravenna (ab 402) |
| Sprachen | Latein im Westen, Griechisch im Osten |
| Kaiser | mehr als siebzig, nur die anerkannten gezählt |
Die 10 Daten, die du auswendig brauchst
| Jahr | Ereignis | Warum es zählt |
|---|---|---|
| 31 v. Chr. | Schlacht bei Actium | Octavian besiegt Antonius und Kleopatra: er bleibt allein übrig |
| 27 v. Chr. | Octavian wird Augustus | Der Prinzipat entsteht: konventioneller Beginn der Kaiserzeit |
| 9 n. Chr. | Varusschlacht | Rom gibt die Eroberung Germaniens rechts des Rheins auf |
| 80 n. Chr. | Einweihung des Kolosseums | Das Symbol des kaiserlichen Rom |
| 117 n. Chr. | Tod Trajans | Größte territoriale Ausdehnung |
| 212 n. Chr. | Constitutio Antoniniana | Römisches Bürgerrecht für alle freien Einwohner |
| 313 n. Chr. | Mailänder Toleranzedikt | Konstantin gewährt den Christen Religionsfreiheit |
| 330 n. Chr. | Einweihung Konstantinopels | Das Zentrum des Reiches verschiebt sich nach Osten |
| 395 n. Chr. | Tod des Theodosius | Endgültige Teilung in Ost und West |
| 476 n. Chr. | Absetzung des Romulus Augustulus | Ende des Kaiseramtes im Westen |
Von der Republik zur Kaiserzeit: wie der Prinzipat entsteht
44 v. Chr. wird Julius Caesar an den Iden des März ermordet: Er war Diktator auf Lebenszeit, nicht Kaiser. Nach dreizehn Jahren Bürgerkrieg besiegt sein Adoptivsohn Octavian Antonius und Kleopatra bei Actium (31 v. Chr.) und bleibt der einzige bewaffnete Mann der römischen Welt.
Der klügste politische Schachzug kommt 27 v. Chr. und besteht darin, äußerlich nichts zu ändern. Octavian gibt dem Senat formell die Vollmachten zurück, und der Senat verleiht ihm dafür den Titel Augustus und nennt ihn princeps, erster Bürger. Senat, Konsuln und Versammlungen bestehen weiter; sie entscheiden nur nichts Wichtiges mehr.
Drei Vollmachten zählen wirklich, und Augustus hält alle drei:
- das imperium proconsulare, der Befehl über die Grenzprovinzen und damit über das Heer;
- die tribunicia potestas, die seine Person unantastbar macht und ihm ein Vetorecht gibt;
- der Titel pontifex maximus, der ihm auch die Staatsreligion überträgt.
Es ist derselbe Mechanismus, den du in anderen antiken Kulturen findest, etwa im Alten Ägypten, wo religiöse und politische Macht in einer Person zusammenfallen.
Die Dynastien und Kaiser, die du kennen musst
Du brauchst keine siebzig Namen. Du brauchst vier oder fünf Dynastien und einen Kaiser als Symbol für jede.
| Dynastie oder Phase | Jahre | Wichtigste Kaiser | Zu behalten |
|---|---|---|---|
| Julisch-claudisch | 27 v. Chr. - 68 n. Chr. | Augustus, Tiberius, Caligula, Claudius, Nero | Entstehung des Prinzipats; Varusschlacht (9); Eroberung Britanniens unter Claudius |
| Vierkaiserjahr | 69 n. Chr. | Galba, Otho, Vitellius, Vespasian | Das Heer entdeckt, dass es Kaiser machen und stürzen kann |
| Flavier | 69-96 | Vespasian, Titus, Domitian | Kolosseum; Vesuvausbruch (79); Zerstörung des Tempels in Jerusalem (70) |
| Adoptivkaiser | 96-192 | Trajan, Hadrian, Antoninus Pius, Marc Aurel | Das goldene Jahrhundert: größte Ausdehnung und pax Romana |
| Severer | 193-235 | Septimius Severus, Caracalla | Bürgerrecht für alle Freien (212); wachsendes Gewicht des Heeres |
| Reichskrise des 3. Jahrhunderts | 235-284 | Dutzende Kaiser, meist von eigenen Truppen getötet | 49 Jahre Bürgerkrieg, Inflation und Einfälle |
| Tetrarchie und Reformen | 284-337 | Diokletian, Konstantin | Reich neu geordnet; christliche Wende; Konstantinopel |
| Letzte Phase | 337-476 | Theodosius, Romulus Augustulus | Reichsteilung von 395; Ende des Westens 476 |
Das 2. Jahrhundert: pax Romana und größte Ausdehnung
Die Zeit von Trajan bis Marc Aurel nennen Historiker pax Romana: nicht Abwesenheit von Kriegen, sondern Abwesenheit innerer Kriege im Mittelmeerraum. Wer in Gallien, Ägypten oder Hispanien lebte, handelte mit derselben Münze, auf sicheren Straßen, unter demselben Recht.
Ein paar Zahlen für den Maßstab:
- etwa 80.000 km gepflasterte Hauptstraßen, mit Wechselstationen und Meilensteinen;
- 29 Legionen für tausende Kilometer Grenze;
- Aquädukte, die nach heutigen Schätzungen mehr als eine Million Kubikmeter Wasser pro Tag nach Rom brachten.
Trajan (98-117, neunzehn Jahre Herrschaft) erobert Dakien und stößt bis Mesopotamien vor: 117 erreicht das Reich seine größte Ausdehnung. Sein Nachfolger Hadrian entscheidet umgekehrt und klüger: mit der Expansion aufhören. Er gibt Mesopotamien auf und sichert die Grenzen, von der Rheinlinie bis zur Mauer, die Nordbritannien von Küste zu Küste durchzieht. Von da an wächst das Reich nicht mehr: Es verteidigt sich.
In Germanien heißt diese Entscheidung Limes: rund 550 Kilometer Wall, Palisade, Wachtürme und Kastelle von Rheinbrohl am Rhein bis Hienheim an der Donau. Was links davon lag, wurde römisch, mit Städten wie Trier, Köln, Mainz und Regensburg. Was rechts davon lag, blieb frei, seit die Legionen des Varus 9 n. Chr. im Norden vernichtet wurden.
Wie man ein Reich mit fünfzig Millionen Menschen regiert
Das Geheimnis war nicht Gewalt: Mit 29 Legionen kontrolliert man keine fünfzig Millionen Menschen. Es waren vier Mechanismen.
- Die Provinzen. Jede mit Statthalter, Hauptstadt und eigenen Steuern. Die Grenzprovinzen verwaltete der Kaiser direkt, die inneren der Senat.
- Das Bürgerrecht als Belohnung. Römisches Bürgerrecht brachte echte rechtliche und steuerliche Vorteile. Man erhielt es durch Militärdienst, durch städtische Ämter oder durch Verleihung. 212 erweitert Caracalla es auf alle freien Einwohner, auch aus Steuergründen, denn Bürger zahlten bestimmte Abgaben.
- Städte als Kopien Roms. Jede Kolonie wiederholte denselben Stadtplan und dieselben lokalen Einrichtungen: Die Eliten der Provinzen fühlten sich römisch und regierten an Roms Stelle.
- Latein und Recht. Eine einheitliche Verwaltungssprache und ein einheitliches Recht hielten das Reich besser zusammen als die Legionen. Das Latein mit seinen Deklinationen ist die Sprache, in der Verträge von Cádiz bis Damaskus geschrieben wurden.
Die Reichskrise des 3. Jahrhunderts
Zwischen 235 und 284, also in 49 Jahren, folgen Dutzende Kaiser aufeinander: Fast keiner stirbt im Bett. Der Mechanismus ist ein Teufelskreis:
- ein Grenzheer ruft seinen eigenen Feldherrn zum Kaiser aus;
- der neue Kaiser muss die Truppen bezahlen, die ihn erhoben haben;
- um sie zu bezahlen, erhöht er die Steuern und verschlechtert die Münze, indem er den Silbergehalt des Denars senkt;
- die entwertete Münze treibt die Preise, der Handel schrumpft, die Städte verarmen und umgeben sich mit Mauern;
- die verarmten Provinzen reichen nicht mehr aus, um das Heer zu unterhalten, das den nächsten Kaiser ausruft.
In derselben Zeit kommen Seuchen und Angriffe an allen Fronten: Goten an der Donau, Alamannen am Rhein und am Limes, sassanidische Perser im Osten.
Diokletian und Konstantin: zwei Reformen, die alles ändern
Diokletian (284-305) entscheidet, dass ein so großes Reich nicht von einem Mann regiert werden kann, und schafft die Tetrarchie: zwei Augusti und zwei Caesares, vier Herrscher mit vier Zuständigkeitsbereichen. Er verdoppelt die Zahl der Provinzen, trennt zivile von militärischer Gewalt und versucht, die Preise gesetzlich zu bremsen. Es funktioniert halb: Kaum gibt er die Macht ab, kämpfen die Tetrarchen gegeneinander.
Konstantin (306-337) gewinnt diesen Krieg und ändert zwei entscheidende Dinge:
- mit dem Mailänder Toleranzedikt (313) gewährt er den Christen Religionsfreiheit, aus einer verfolgten wird eine begünstigte Religion; Theodosius macht sie 380 zur Staatsreligion;
- 330 weiht er Konstantinopel am Bosporus ein, leicht zu verteidigen und im Zentrum der reichsten Handelswege. Das ist das Eingeständnis einer Tatsache: Der Osten ist der wirtschaftlich entscheidende Teil des Reiches.
395 und 476: Teilung und Untergang des Westens
Beim Tod des Theodosius im Jahr 395 wird das Reich unter seine beiden Söhne geteilt: Arcadius im Osten, Honorius im Westen. Gedacht ist das nicht als endgültige Trennung, doch die beiden Hälften werden nie wieder zusammenkommen.
Der Westen hält achtzig schwere Jahre durch: Rom wird 410 von den Westgoten Alarichs und 455 von den Vandalen Geiserichs geplündert, die Hauptstadt wird nach Ravenna verlegt, und Feldherren germanischer Herkunft werden die eigentlichen Herren der Politik. Am Rhein überschreiten 406 Vandalen, Sueben und Alanen die Grenze, und der Limes ist längst aufgegeben.
476 setzt der Heermeister Odoaker den Jungen Romulus Augustulus ab und tut etwas Bedeutsameres als die Absetzung selbst: Er schickt die Kaiserinsignien nach Konstantinopel zurück und erklärt, im Westen brauche man keinen Kaiser mehr. Kein Brand, keine Entscheidungsschlacht. Ein Amt endet, nicht eine Zivilisation.
Warum das Römische Reich unterging
| Ursache | Art | Wie sie wirkt |
|---|---|---|
| Inflation und Münzverschlechterung | innere | Der Handel schrumpft, der Staat kann das Heer nicht bezahlen |
| Usurpationen des Heeres | innere | Legionen verbrauchen die Mittel der Grenze in Bürgerkriegen |
| Bevölkerungsrückgang nach den Seuchen | innere | Weniger Bauern, weniger Soldaten, weniger Steuereinnahmen |
| Abwanderung des Reichtums nach Osten | innere | Der Westen bleibt die arme, kaum zu verteidigende Hälfte |
| Germanische Wanderungen und Einfälle | äußere | Bewaffnete Gruppen siedeln dauerhaft innerhalb der Grenzen |
| Vorstoß der Hunnen | äußere | Setzt Goten, Vandalen und Alanen nach Westen in Bewegung |
| Länge der Grenzen | äußere | Rhein und Donau verlangen ein Heer, das der Westen nicht mehr finanzieren kann |
Die Prüfungsfrage lautet nicht welche Ursache, sondern warum nur im Westen. Der Osten erlebt die gleichen Seuchen und die gleichen Einfälle, hat aber kürzere Grenzen, reichere Städte und die produktivere Landwirtschaft Ägyptens und Syriens. Unter denselben Schlägen hält er 977 Jahre länger.
Die häufigsten Fehler
- Caesar als ersten Kaiser nennen. Caesar stirbt 44 v. Chr. als Diktator, in der Republik. Der erste Kaiser ist Augustus.
- Daten über das Jahr Null hinweg addieren. Von 27 v. Chr. bis 476 n. Chr. sind es nicht 503, sondern 502 Jahre: Ein Jahr Null gibt es nicht.
- Glauben, 476 sei das ganze Reich untergegangen. Der Westen endet. Der Osten reicht bis 1453.
- Republik und Kaiserzeit verwechseln. Die republikanischen Einrichtungen bleiben unter den Kaisern bestehen: Es ändert sich, wer entscheidet, nicht der Name der Organe.
- Die Germanen für Fremde halten. Viele waren seit Generationen Soldaten, Föderaten und Feldherren des römischen Heeres.
- Byzantinisches Reich sagen, als wäre es ein anderer Staat. Der Name ist eine Erfindung moderner Historiker: Seine Bewohner nannten sich Römer, und ihr Staat war für sie Rom.
Wie du den Stoff in den Kopf bekommst
Drei Schritte, in dieser Reihenfolge. Erstens: Lerne nur die zehn Daten aus der Tabelle oben, denn alles andere hängt sich daran. Zweitens: Verbinde ein Gesicht mit jeder Dynastie (Augustus, Nero, Trajan, Konstantin, Theodosius) und erzähle die Phase von ihm aus. Drittens: Übe, den Untergang zu erklären, indem du zwei Ursachen verknüpfst, eine innere und eine äußere, statt sieben aufzuzählen. Das ist die Antwort, die eine Wiederholung von echtem Verständnis unterscheidet.
Die Aufgaben unten folgen derselben Steigerung: Daten ordnen, die Hauptfiguren erkennen und dann die falschen Behauptungen auseinandernehmen, die zu schnelle Zusammenfassungen zurücklassen.
Gelöste Aufgaben
1. Bringe diese fünf Ereignisse in die richtige zeitliche Reihenfolge: Fall Konstantinopels, Augustus wird princeps, Mailänder Toleranzedikt, größte Ausdehnung unter Trajan, Absetzung des Romulus Augustulus. base
Lösung anzeigen
- Ich ordne jedem Ereignis ein Datum zu: Augustus wird princeps = 27 v. Chr.; größte Ausdehnung unter Trajan = 117 n. Chr.; Mailänder Toleranzedikt = 313 n. Chr.; Absetzung des Romulus Augustulus = 476 n. Chr.; Fall Konstantinopels = 1453.
- Ich erinnere mich an die Regel: alle Daten v. Chr. liegen vor jedem Datum n. Chr., und bei den Daten v. Chr. ist die größere Zahl das ältere Ereignis.
- Hier gibt es nur ein Datum v. Chr. (27), es kommt also an die erste Stelle.
- Die Daten n. Chr. werden normal geordnet, von der kleineren zur größeren Zahl: 117, 313, 476, 1453.
Ergebnis: 27 v. Chr. Augustus wird princeps → 117 n. Chr. größte Ausdehnung unter Trajan → 313 Mailänder Toleranzedikt → 476 Absetzung des Romulus Augustulus → 1453 Fall Konstantinopels.
2. Richtig oder falsch? Berichtige die falschen Aussagen. a) Augustus ließ sich zum König von Rom ausrufen. b) Unter Trajan erreichte das Reich seine größte Ausdehnung. c) 476 n. Chr. endete das gesamte Römische Reich. d) Konstantin verlegte die Hauptstadt an den Bosporus. base
Lösung anzeigen
- a) Falsch: Augustus vermied den von den Römern gehassten Königstitel sorgfältig. Er nannte sich princeps, also erster Bürger, und sammelte Vollmachten, die die Republik bereits vorsah.
- b) Richtig: 117 n. Chr., beim Tod Trajans, umfasste das Reich etwa 5 Millionen km², von Britannien bis Mesopotamien.
- c) Falsch: 476 fiel nur der westliche Teil. Das Oströmische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel bestand weitere 977 Jahre, bis 1453.
- d) Richtig: Konstantin gründete das griechische Byzanz neu und weihte es 330 als Konstantinopel ein, die neue Hauptstadt an der Meerenge des Bosporus.
Ergebnis: a) Falsch (er nannte sich princeps, nicht König); b) Richtig; c) Falsch (nur der Westen fiel, der Osten bestand bis 1453); d) Richtig.
3. In welches Jahrhundert gehört jedes Jahr? 44 v. Chr. (Ermordung Caesars), 117 n. Chr. (Tod Trajans), 212 n. Chr. (Bürgerrecht für alle Freien), 476 n. Chr. (Ende des Westens), 1453 (Fall Konstantinopels). base
Lösung anzeigen
- Die Regel: Man nimmt die Hunderterstellen des Jahres und addiert 1, außer das Jahr endet auf zwei Nullen.
- 44 v. Chr.: keine Hunderter, also 0 + 1 = 1. Jahrhundert v. Chr.
- 117 n. Chr.: Hunderter = 1, also 1 + 1 = 2. Jahrhundert n. Chr.
- 212 n. Chr.: Hunderter = 2, also 2 + 1 = 3. Jahrhundert n. Chr.
- 476 n. Chr.: Hunderter = 4, also 4 + 1 = 5. Jahrhundert n. Chr.
- 1453: Hunderter = 14, also 14 + 1 = 15. Jahrhundert.
Ergebnis: 44 v. Chr. = 1. Jahrhundert v. Chr.; 117 = 2. Jahrhundert; 212 = 3. Jahrhundert; 476 = 5. Jahrhundert; 1453 = 15. Jahrhundert.
4. Berechne drei Zeitspannen: Wie viele Jahre liegen zwischen 27 v. Chr. und 476 n. Chr.? Wie lange besteht das Oströmische Reich nach 476 weiter? Wie viele Jahre liegen zwischen der Gründung Roms (753 v. Chr.) und dem Ende des Westens? intermedio
Lösung anzeigen
- Achtung, Falle: Zwischen 1 v. Chr. und 1 n. Chr. gibt es kein Jahr Null, man darf die beiden Zahlen also nicht einfach addieren.
- Die Formel für den Übergang von v. Chr. zu n. Chr. lautet: Jahre = (Jahr v. Chr.) + (Jahr n. Chr.) - 1.
- Von 27 v. Chr. bis 476 n. Chr.: 27 + 476 - 1 = 502 Jahre.
- Nach 476 besteht der Osten bis 1453, und hier sind beide Daten n. Chr.: eine Subtraktion genügt, 1453 - 476 = 977 Jahre.
- Von der Gründung Roms bis zum Ende des Westens: 753 + 476 - 1 = 1228 Jahre.
Ergebnis: 502 Jahre Kaiserzeit im Westen; 977 weitere Jahre Oströmisches Reich nach 476; 1228 Jahre von der Gründung Roms bis zur Absetzung des Romulus Augustulus.
5. Ordne jedem Kaiser das Ereignis zu, an dem man ihn erkennt: 1) Augustus; 2) Nero; 3) Vespasian; 4) Trajan; 5) Hadrian; 6) Caracalla; 7) Diokletian; 8) Konstantin; 9) Theodosius. intermedio
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- 1) Augustus: begründet 27 v. Chr. den Prinzipat und regiert vierzig Jahre, bis 14 n. Chr.
- 2) Nero: der große Brand Roms von 64 n. Chr. und die erste Christenverfolgung.
- 3) Vespasian: beginnt den Bau des Flavischen Amphitheaters, des Kolosseums, 80 von seinem Sohn Titus eingeweiht.
- 4) Trajan: größte territoriale Ausdehnung 117 und Eroberung Dakiens, gefeiert auf der Trajanssäule.
- 5) Hadrian: beendet die Expansion und sichert die Grenzen, mit der Mauer, die in Nordbritannien seinen Namen trägt. In seiner Zeit wird auch der germanische Limes mit Mauer und Palisade weiter ausgebaut.
- 6) Caracalla: 212 erweitert die Constitutio Antoniniana das römische Bürgerrecht auf alle freien Einwohner des Reiches.
- 7) Diokletian: teilt die Herrschaft mit der Tetrarchie unter vier Männern auf und reorganisiert Provinzen, Heer und Steuern.
- 8) Konstantin: Mailänder Toleranzedikt von 313, das den Christen Religionsfreiheit gewährt, und die neue Hauptstadt Konstantinopel 330.
- 9) Theodosius: letzter Kaiser eines geeinten Reiches; bei seinem Tod 395 wird das Reich endgültig unter seine beiden Söhne geteilt.
Ergebnis: 1-Prinzipat (27 v. Chr.); 2-Brand Roms (64); 3-Kolosseum; 4-größte Ausdehnung (117); 5-Hadrianswall; 6-Bürgerrecht für alle Freien (212); 7-Tetrarchie; 8-Mailänder Toleranzedikt und Konstantinopel; 9-Reichsteilung von 395.
6. Teile diese Ursachen des Untergangs in innere und äußere ein und erkläre dann, warum keine allein ausreicht: Druck der germanischen Völker, Inflation und Finanzkrise, Heere, die ihre eigenen Feldherren zu Kaisern ausrufen, Verlagerung des Wirtschaftszentrums nach Osten, Kosten der Grenze an Rhein und Donau, Bevölkerungsrückgang nach den Seuchen. avanzato
Lösung anzeigen
- Innere Ursachen: Inflation und Finanzkrise; Heere, die ihre Feldherren ausrufen; Verlagerung des Wirtschaftszentrums nach Osten; Bevölkerungsrückgang nach den Seuchen des 2. und 3. Jahrhunderts.
- Äußere Ursachen: Druck der germanischen Völker und, hinter ihnen, der Vorstoß der Hunnen; die Länge der Grenze an Rhein und Donau, die besetzt werden musste.
- Die Verbindung: Eine lange Grenze braucht ein riesiges Heer, ein riesiges Heer braucht sehr hohe Steuern, sehr hohe Steuern verarmen die westlichen Provinzen, und verarmte Provinzen können das Heer nicht mehr bezahlen.
- Und hier ist der Beweis, dass eine einzelne Ursache nichts erklärt: Der Osten erlebte die gleichen Einfälle und die gleichen Seuchen, war aber reicher, städtischer und hatte eine kürzere Grenze zu verteidigen. Deshalb bestand er 977 Jahre länger.
Ergebnis: Innere: Inflation, Finanzkrise, Usurpationen des Heeres, Bevölkerungsrückgang, Abwanderung des Reichtums nach Osten. Äußere: germanische Völker, Hunnen, Länge der Grenzen. Der Untergang entsteht aus dem Zusammenspiel, und die Gegenprobe ist der Osten, der unter demselben Druck mit mehr Mitteln bis 1453 überlebte.
7. Ein Mitschüler schreibt in der Klassenarbeit: 476 zerstörten die Barbaren das Römische Reich und das Mittelalter begann. Finde die drei versteckten Fehler und formuliere den Satz richtig. avanzato
Lösung anzeigen
- Erster Fehler: Nur das Westreich fiel. Das Oströmische Reich, das seine eigenen Bewohner weiter römisch nannten, bestand bis 1453.
- Zweiter Fehler: Es gab keine plötzliche Zerstörung. Odoaker setzte den jungen Romulus Augustulus ab und schickte die Kaiserinsignien nach Konstantinopel zurück, mit der Erklärung, im Westen werde kein eigener Kaiser mehr gebraucht. Es endete ein Amt, nicht eine Zivilisation.
- Dritter Fehler: Der Beginn des Mittelalters ist eine Konvention, die Historiker viel später gewählt haben, kein Ereignis des Jahres 476. Sprache, Recht, Straßen, Städte und die römische Kirche funktionierten in den germanischen Königreichen weiter.
- Jetzt formuliere ich neu, behalte die Tatsachen und streiche die Übertreibungen.
Ergebnis: 476 setzte Odoaker den letzten Kaiser des Westens, Romulus Augustulus, ab: Damit endete das Kaiseramt im Westen, während das Oströmische Reich bis 1453 weiterbestand. Historiker nutzen dieses Jahr als konventionelle Grenze zwischen Antike und Mittelalter, doch römische Institutionen, Sprache und Recht überlebten in den Königreichen, die an die Stelle des Reiches traten.
Häufige Fragen
Wann beginnt das Römische Reich?
Das konventionelle Datum ist 27 v. Chr., als der Senat Octavian den Titel Augustus und die Rolle des princeps verlieh. Eine neue Staatsform wurde nicht ausgerufen: Formal bestand die Republik mit Senat, Konsuln und Volksversammlungen weiter, doch alle wichtigen Vollmachten lagen bei einem einzigen Mann. Manche Historiker lassen den Übergang früher beginnen, mit der Schlacht bei Actium 31 v. Chr., die Octavians letzten Rivalen beseitigte.
Wer war der erste römische Kaiser?
Augustus, geboren als Gaius Octavius und nach der Adoption durch Caesar Octavian genannt. Er regierte von 27 v. Chr. bis 14 n. Chr., also vierzig Jahre, die längste Herrschaft der römischen Geschichte. Julius Caesar, den viele irrtümlich nennen, war nie Kaiser: Er starb 44 v. Chr. als Diktator auf Lebenszeit, noch in der Republik.
Warum ging das Weströmische Reich unter?
Wegen mehrerer verflochtener Ursachen, nicht wegen einer einzigen. Im Inneren: Inflation, untragbare Steuerlast, Feldherren, die sich selbst zu Kaisern ausriefen, Bevölkerungsrückgang und Konzentration des Reichtums in den östlichen Provinzen. Von außen: Wanderungen und Einfälle germanischer Völker, ihrerseits von den Hunnen gedrängt, entlang zu langer Grenzen. Der Beweis für das Zusammenspiel ist der Osten: Er erlebte den gleichen Druck und bestand bis 1453.
Was haben die Römer in Deutschland hinterlassen?
Die Grenze selbst: Der obergermanisch-raetische Limes verlief über rund 550 Kilometer von Rheinbrohl am Rhein bis Hienheim an der Donau und ist heute UNESCO-Welterbe. Dazu kommen Städte, die als römische Lager und Kolonien begannen: Trier (Augusta Treverorum) mit der Porta Nigra, Köln, Mainz, Xanten, Regensburg und Augsburg. Rechts des Rheins blieb Germanien dagegen frei: Nach der Niederlage des Varus 9 n. Chr. gab Rom die Eroberung auf.
Was ist der Unterschied zwischen Römischer Republik und Römischem Reich?
In der Republik (509-27 v. Chr.) war die Macht auf jährlich gewählte Ämter verteilt: zwei Konsuln, der Senat, die Volkstribunen. In der Kaiserzeit liegen militärische, religiöse und politische Macht lebenslang bei einer Person, und die Nachfolge wird erblich oder vom Heer bestimmt. Die republikanischen Einrichtungen wurden nicht abgeschafft, sondern entleert: Der Senat tagte noch Jahrhunderte, mit immer formalerer Rolle.