Geographie

Erdbeben: P- und S-Wellen, Magnitude, 8 Aufgaben mit Lösung

Ein Erdbeben ist die plötzliche Freisetzung von Energie an einer Verwerfung: Es entsteht im Hypozentrum, die Stärke misst die Magnitude. Tabellen, 8 Aufgaben.

Empfohlen für: 6. Klasse · 7. Klasse

Ein Erdbeben ist eine plötzliche Erschütterung des Bodens, die durch das Brechen von Gestein in der Tiefe entsteht. Die Gesteine der Erdkruste werden über Jahrhunderte von den langsam wandernden Platten geschoben und speichern dabei Energie wie eine gespannte Feder. Wenn die Spannung die Festigkeit des Gesteins übersteigt, bricht die Verwerfung, die beiden Blöcke rutschen aneinander vorbei, und die gespeicherte Energie wird innerhalb von Sekunden als Erdbebenwellen freigesetzt.

Die Frage, die das ganze Thema ordnet, lautet: Wie beschreibt man ein Erdbeben mit Zahlen? Wo es entstanden ist (Hypozentrum), wie stark es ist (Magnitude), wie stark ein Ort es gespürt hat (Intensität) und wie weit es entfernt war (Zeitunterschied zwischen den Wellen).

Die wichtigsten Begriffe

BegriffBedeutung
VerwerfungBruch in der Erdkruste, an dem zwei Gesteinsblöcke aneinander vorbeigleiten
Hypozentrum (Herd)Punkt in der Tiefe, an dem das Gestein bricht: Hier entsteht das Beben
EpizentrumPunkt an der Oberfläche senkrecht über dem Hypozentrum
ErdbebenwellenSchwingungen, die vom Hypozentrum ausgehen und durch die Erde laufen
SeismographGerät, das Bodenerschütterungen aufzeichnet
Seismogrammdie vom Seismographen gezeichnete Kurve
ErdbebenschwarmFolge vieler kleiner Beben ohne klares Hauptbeben
Nachbebenschwächeres Beben nach dem Hauptbeben, über Tage oder Monate

Die Erdbebenwellen: P, S und Oberflächenwellen

WelleBewegung des BodensTypische GeschwindigkeitAnkunftWirkung
P (Primärwellen)Druck und Zug in Laufrichtung, wie bei einer Feder5-7 km/s in der Krustezuerstkurzer Schlag, wenig zerstörerisch
S (Sekundärwellen)Schwingung quer, hoch und runter3-4 km/snach den P-Wellenstarkes Rütteln, sehr schädlich
Lovewaagerechtes Schwingen an der Oberflächeunter 4 km/szuletztsehr zerstörerisch
Rayleighkreisende Bewegung wie Meereswellenunter 4 km/szuletztsehr zerstörerisch

P-Wellen laufen durch feste, flüssige und gasförmige Stoffe, S-Wellen nur durch feste. So hat man entdeckt, dass der äußere Erdkern flüssig ist: S-Wellen kommen nicht hindurch, wie man beim Schalenbau der Erde sieht. Der Zeitunterschied zwischen P und S ist auch das Werkzeug, um ein Beben zu orten, wie Aufgabe 4 zeigt.

Warum sie entstehen: die Platten

Erdbeben sind nicht zufällig verteilt: Rund 90 % ereignen sich an den Plattengrenzen, besonders um den pazifischen „Feuerring“, wo auch die meisten Vulkane liegen.

GrenzeWas passiertBeispiel
konvergenteine Platte stößt auf die andere oder taucht unter sie: die stärksten und tiefsten BebenJapan, Chile, Indonesien
divergentPlatten entfernen sich voneinander: schwache, flache BebenMittelatlantischer Rücken, Ostafrikanischer Graben
TransformstörungPlatten gleiten seitlich aneinander vorbeiSan-Andreas-Verwerfung (Kalifornien)

Fast alle Beben sind tektonisch. Andere Arten sind viel seltener: vulkanische (durch Magmabewegung), Einsturzbeben (unterirdische Hohlräume brechen ein) und induzierte Beben durch den Menschen (Einpressen von Flüssigkeiten, große Stauseen).

Die Tiefe des Hypozentrums

TypTiefeAnmerkung
flach0-70 kmetwa 3 von 4 Beben, die schädlichsten
mittel70-300 kmhäufig an konvergenten Grenzen
tief300-700 kmauf großer Fläche spürbar, aber mit geringen Schäden

Die Tiefe erklärt, warum zwei Beben gleicher Magnitude ganz verschiedene Wirkungen haben können. Aufgabe 7 rechnet es vor.

Magnitude und Intensität: zwei verschiedene Skalen

MagnitudeIntensität
was sie misstdie an der Quelle freigesetzte Energiedie Wirkung an einem Ort
Werte pro Bebennur einerviele, einer pro Ort
wie man sie erhältSeismographBeobachtung von Schäden und Wahrnehmung
SkalenRichter (ML), Momentmagnitude (Mw)Mercalli, EMS-98
WerteDezimalzahlen (5,7; 6,3)römische Ziffern, I-XII

Die Magnitudenskala ist logarithmisch: +1 bedeutet 10-fache Amplitude und 31,6-fache Energie. Wer die Potenzgesetze beherrscht, sieht es sofort: Die Energie wächst wie 10^(1,5 M), und die Aufgaben 5 und 6 rechnen es durch.

MagnitudeTypische WirkungWie viele pro Jahr weltweit
unter 3fast nie spürbarHunderttausende
3-3,9von wenigen gespürt, keine Schädenetwa 130.000
4-4,9Gegenstände wackeln, Schäden seltenetwa 13.000
5-5,9Schäden an schwachen Gebäudenetwa 1.300
6-6,9zerstörerisch im Umkreis von etwa 100 kmetwa 130
7-7,9schwer, Schäden auf großer Flächeetwa 15
8 und mehrkatastrophal, über Hunderte kmetwa 1

Das stärkste je gemessene Beben war das von Chile 1960 mit der Momentmagnitude 9,5.

Erdbeben in Deutschland

Deutschland liegt im Inneren der Eurasischen Platte, weit weg von den großen Plattengrenzen. Die Erdbebengefahr ist deshalb gering bis mäßig, aber nicht null. Aktiv sind vor allem die Niederrheinische Bucht (zwischen Köln und Aachen), der Oberrheingraben, die Schwäbische Alb und das Vogtland, wo Erdbebenschwärme auftreten. Die Bauvorschriften teilen das Land in Erdbebenzonen 0 bis 3 ein (DIN EN 1998-1). Die Messdaten sammeln unter anderem das GFZ Potsdam und die BGR.

BebenMagnitudeAnmerkung
Düren, 1756etwa 6,1stärkstes bekanntes Beben im Rheinland
Albstadt (Schwäbische Alb), 19785,7 (ML)Schäden an vielen Gebäuden
Roermond (NL), 19925,3 (Mw) bis 5,9 (ML)Schäden bis in die Region Köln und Aachen

Roermond zeigt nebenbei, wie wichtig die Skala ist: Dasselbe Beben hat je nach Verfahren zwei verschiedene Magnituden. Deshalb nutzen Seismologen für starke Beben die Momentmagnitude Mw.

Dass Deutschland auch bei fernen Beben eine Rolle spielt, zeigt der Tsunami im Indischen Ozean 2004: Das GFZ Potsdam baute danach das Tsunami-Frühwarnsystem GITEWS für Indonesien auf. Wie schnell eine solche Welle läuft, rechnet Aufgabe 8 aus.

Was tun bei einem Erdbeben?

  • Während des Bebens: Ducken, Schutz suchen, festhalten. Unter einen stabilen Tisch oder an eine tragende Wand, weg von Fenstern, Spiegeln und hohen Möbeln; keinen Aufzug benutzen.
  • Im Freien: Abstand zu Gebäuden, Bäumen, Stromleitungen und allem, was herabfallen kann.
  • Danach: mit Nachbeben rechnen, das Treppenhaus benutzen und einen freien Platz aufsuchen; den Anweisungen der Behörden folgen.

Häufige Fehler

  • Hypozentrum und Epizentrum verwechseln. Das Hypozentrum liegt unter der Erde, das Epizentrum darüber an der Oberfläche.
  • Magnitude und Intensität verwechseln. Die Magnitude ist eine pro Beben, die Intensität eine pro Ort.
  • Die Skala für linear halten. Magnitude 8 ist nicht das Doppelte von Magnitude 4, sondern die 10.000-fache Amplitude und die 1.000.000-fache Energie.
  • Alles ‘Richterskala’ nennen. Seismologen nutzen heute vor allem die Momentmagnitude (Mw), die bei starken Beben zuverlässiger ist.
  • Glauben, das Beben entstehe im Epizentrum. Es entsteht im Hypozentrum; das Epizentrum ist nur die Projektion.
  • Vorhersagen erwarten. Man berechnet Wahrscheinlichkeiten, keine Termine.
  • Tiefe Beben für die gefährlichsten halten. Bei gleicher Magnitude erschüttern flache Beben die Oberfläche am stärksten.
  • Meinen, in Deutschland gebe es keine Erdbeben. Es gibt sie, meist schwach, aber einzelne richten Schäden an.

Die acht Aufgaben unten gehen vom Leichten zum Schweren, und keine nutzt dasselbe Verfahren wie die vorige. Die ersten beiden festigen die Begriffe und das Rechnen mit P- und S-Wellen, die dritte nutzt den Satz des Pythagoras, um vom Epizentrum zum Hypozentrum zu kommen, die vierte ortet ein Epizentrum über den Zeitunterschied der Wellen, die fünfte und die sechste arbeiten mit der logarithmischen Skala und der Energie, die siebte erklärt, warum gleiche Beben unterschiedliche Schäden anrichten, und die achte berechnet die Geschwindigkeit eines Tsunamis mit derselben Idee wie die gleichförmige Bewegung.

Gelöste Aufgaben

1. Ordne jede Beschreibung dem richtigen Begriff zu: (a) Punkt in der Tiefe, an dem das Gestein bricht; (b) Punkt an der Oberfläche senkrecht darüber; (c) Bruchfläche, an der zwei Gesteinsblöcke aneinander vorbeigleiten; (d) Gerät, das Bodenerschütterungen aufzeichnet; (e) Wellen, die zuerst an der Station ankommen. base

Lösung anzeigen
  1. (a) Der Punkt in der Tiefe, an dem das Gestein bricht, ist das Hypozentrum (auch Erdbebenherd): Hier entsteht das Beben wirklich.
  2. (b) Der Punkt an der Oberfläche senkrecht über dem Hypozentrum ist das Epizentrum, wo man meist am stärksten spürt.
  3. (c) Die Bruchfläche, an der die Blöcke gleiten, ist die Verwerfung.
  4. (d) Das Gerät, das Erschütterungen aufzeichnet, ist der Seismograph; seine Aufzeichnung heißt Seismogramm.
  5. (e) Als Erste kommen die P-Wellen (Primärwellen) an, die schnellsten.
  6. Häufiger Fehler: Das Epizentrum ist nicht der Ort, an dem das Beben 'entsteht'. Es ist nur die Projektion des Hypozentrums an die Oberfläche.

Ergebnis: (a) Hypozentrum; (b) Epizentrum; (c) Verwerfung; (d) Seismograph; (e) P-Wellen.

2. Eine Messstation ist 105 km vom Hypozentrum entfernt. Nimm an, P-Wellen laufen mit 6 km/s und S-Wellen mit 3 km/s. Wie lange braucht jede Welle, und wie viele Sekunden liegen zwischen den beiden Ankunftszeiten? base

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  1. Ich nutze die Formel der gleichförmigen Bewegung: Zeit = Strecke : Geschwindigkeit.
  2. P-Wellen: 105 km : 6 km/s = 17,5 s.
  3. S-Wellen: 105 km : 3 km/s = 35 s.
  4. Zeitunterschied: 35 s - 17,5 s = 17,5 s.
  5. Probe: Der Unterschied muss positiv sein, weil S-Wellen langsamer sind und später ankommen.

Ergebnis: Die P-Wellen kommen nach 17,5 s an, die S-Wellen nach 35 s, dazwischen liegen 17,5 s. Genau dieser Zeitunterschied erlaubt es, die Entfernung des Bebens zu berechnen.

3. Ein Seismograph liegt 30 km vom Epizentrum entfernt (gemessen an der Oberfläche), das Hypozentrum liegt 16 km tief. Wie weit ist die Station in gerader Linie vom Hypozentrum entfernt? Wie lange brauchen die P-Wellen (6 km/s), und wie viel später kommen die S-Wellen (3 km/s) an? intermedio

Lösung anzeigen
  1. Die waagerechte Entfernung und die Tiefe sind die beiden Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks, die Entfernung in gerader Linie ist die Hypotenuse.
  2. Satz des Pythagoras: d² = 30² + 16² = 900 + 256 = 1.156.
  3. d = √1.156 = 34 km.
  4. P-Wellen: 34 km : 6 km/s = 5,67 s.
  5. S-Wellen: 34 km : 3 km/s = 11,33 s.
  6. Die S-Wellen kommen 11,33 s - 5,67 s = 5,67 s nach den P-Wellen an.

Ergebnis: Die Station ist 34 km vom Hypozentrum entfernt (nicht 30 km). Die P-Wellen kommen nach etwa 5,7 s an, die S-Wellen 5,7 s später, nach 11,3 s. Die Tiefe zählt, auch wenn das Epizentrum nah wirkt.

4. Ein Seismogramm zeigt, dass die S-Wellen 14 Sekunden nach den P-Wellen eintreffen. Mit P-Wellen bei 6 km/s und S-Wellen bei 3 km/s: Wie weit ist das Hypozentrum entfernt? Warum reicht eine einzelne Station nicht, um das Epizentrum zu bestimmen? intermedio

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  1. Ich nenne die Entfernung d. P-Wellen brauchen d/6, S-Wellen brauchen d/3.
  2. Der Zeitunterschied ist d/3 - d/6 = d/6.
  3. Also d/6 = 14 s, und daraus d = 6 · 14 = 84 km.
  4. Probe: 84 : 3 = 28 s für S, 84 : 6 = 14 s für P, Unterschied 14 s. Stimmt.
  5. Eine Station liefert nur die Entfernung, nicht die Richtung: Das Epizentrum kann überall auf einem Kreis mit 84 km Radius um die Station liegen.
  6. Zwei Stationen ergeben zwei Kreise, die sich in zwei Punkten schneiden; drei Stationen ergeben genau einen Punkt. Das nennt man Triangulation.

Ergebnis: 84 km. Man braucht mindestens drei Stationen, damit sich die drei Kreise in einem einzigen Punkt, dem Epizentrum, schneiden.

5. Das Tōhoku-Beben in Japan 2011 hatte die Momentmagnitude 9,1, das Beben von Albstadt (Schwäbische Alb) 1978 hatte die Magnitude 5,7. Wie viel größer war die Wellenamplitude in Japan, und wie viel mehr Energie wurde frei? (Die Amplitude wächst pro Magnitudeneinheit um das 10-Fache, die Energie um etwa das 31,6-Fache.) intermedio

Lösung anzeigen
  1. Unterschied der Magnituden: 9,1 - 5,7 = 3,4.
  2. Amplitude: 10^3,4 = 2.512-mal größer.
  3. Energie: 10^(1,5 · 3,4) = 10^5,1 = 125.893-mal größer.
  4. Probe mit ganzen Einheiten: 3 Einheiten ergeben 31,6³ = 31.600-mal mehr Energie, 4 Einheiten 1.000.000-mal mehr; 3,4 liegt dazwischen, und 125.893 passt.

Ergebnis: Die Amplitude war etwa 2.500-mal größer, die Energie etwa 126.000-mal größer. Schon ein Unterschied von gut 3 Magnitudeneinheiten bedeutet über hunderttausendmal mehr Energie.

6. Berechne mit der Formel log E = 4,8 + 1,5 M (E in Joule) die Energie des Bebens von Albstadt 1978 (M = 5,7). Rechne sie danach in Tonnen TNT um, wenn 1 t TNT eine Energie von 4,184 · 10^9 J freisetzt. intermedio

Lösung anzeigen
  1. Einsetzen von M = 5,7: log E = 4,8 + 1,5 · 5,7 = 4,8 + 8,55 = 13,35.
  2. Also E = 10^13,35 = 2,2 · 10^13 J (weil 10^0,35 = 2,2).
  3. Umrechnen: 2,2 · 10^13 : 4,184 · 10^9 = rund 5.351 t TNT.
  4. In Kilotonnen: etwa 5,4 kt.
  5. Zum Vergleich: Das ist deutlich weniger als die Hiroshima-Bombe (etwa 15 kt), aber das Beben war flach und traf ein dicht besiedeltes Gebiet.

Ergebnis: Etwa 2,2 · 10^13 J, das entspricht rund 5.350 Tonnen TNT.

7. Zwei Erdbeben haben dieselbe Magnitude und dasselbe Epizentrum. Das erste hat sein Hypozentrum in 8 km Tiefe, das zweite in 100 km Tiefe. Eine Stadt liegt 15 km vom Epizentrum entfernt. Vergleiche die Entfernungen zu den Hypozentren und sage, welches Beben die Stadt stärker erschüttert, wenn die Erschütterung umgekehrt proportional zur Entfernung ist. avanzato

Lösung anzeigen
  1. Erstes Beben: d1 = √(15² + 8²) = √(225 + 64) = √289 = 17 km.
  2. Zweites Beben: d2 = √(15² + 100²) = √(225 + 10.000) = √10.225 = 101,1 km.
  3. Verhältnis: 101,1 : 17 = 5,9.
  4. Ist die Erschütterung proportional zu 1/d, erschüttert das erste Beben die Stadt etwa 6-mal stärker.
  5. Das ist eine Vereinfachung (Wellen werden auch durch Absorption schwächer), zeigt aber den Kern: Gleiche Magnitude bedeutet nicht gleiche Schäden.
  6. Deshalb gibt es zwei Skalen: Die Magnitude misst das Beben (eine Zahl), die Intensität misst die Wirkung an jedem Ort (sie ändert sich von Stadt zu Stadt).

Ergebnis: Das flache Beben, etwa 6-mal stärker in der Stadt. Die Magnitude ist pro Beben eine Zahl; die Intensität hängt von Entfernung und Tiefe ab. Darum richten sehr tiefe Beben kaum Schäden an.

8. Ein Erdbeben am Boden des Indischen Ozeans, wo das Meer 4.000 m tief ist, löst einen Tsunami aus. Seine Geschwindigkeit beträgt v = √(g h) mit g = 9,8 m/s². Berechne v in m/s und km/h, die Zeit bis zu einer 1.000 km entfernten Küste und die Geschwindigkeit nahe dem Strand bei 10 m Wassertiefe. avanzato

Lösung anzeigen
  1. Im offenen Meer: v = √(9,8 · 4.000) = √39.200 = 198 m/s.
  2. In km/h: 198 · 3,6 = 713 km/h.
  3. Zeit für 1.000 km = 1.000.000 m: 1.000.000 : 198 = 5.051 s, das sind 84 Minuten, also 1 Stunde und 24 Minuten.
  4. Bei 10 m Tiefe: v = √(9,8 · 10) = √98 = 9,9 m/s = 35,6 km/h.
  5. Verhältnis der Geschwindigkeiten: 198 : 9,9 = 20. Die Tiefe sinkt auf den 400. Teil, die Geschwindigkeit nur auf den 20. Teil (Wurzel).
  6. Die Welle wird langsamer, ihre Energie verschwindet aber nicht: Das Wasser staut sich, und die Welle wird höher. Deshalb ist ein Tsunami auf hoher See kaum zu sehen und an der Küste zerstörerisch.

Ergebnis: 198 m/s (713 km/h) im offenen Meer, Ankunft an der Küste nach 1 h 24 min; nahe dem Strand 9,9 m/s (36 km/h). Auf hoher See so schnell wie ein Flugzeug, am Ufer bremst die Welle ab und türmt sich auf.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Hypozentrum und Epizentrum?

Das Hypozentrum (Erdbebenherd) ist der Punkt unter der Erde, an dem das Gestein bricht und das Beben beginnt; das Epizentrum ist der Punkt an der Oberfläche direkt darüber. Am Epizentrum sind die Schäden meist am größten, das Beben entsteht aber im Hypozentrum. Je flacher der Herd, desto zerstörerischer ist das Beben in der Regel.

Was ist der Unterschied zwischen Magnitude und Intensität eines Erdbebens?

Die Magnitude misst die an der Quelle freigesetzte Energie und ist eine einzige Zahl pro Beben (Richterskala oder heute die Momentmagnitude Mw). Die Intensität beschreibt die Wirkung an einem Ort, zum Beispiel mit der Mercalli-Skala oder der EMS-98 (I bis XII), und ändert sich je nach Entfernung, Tiefe und Bauweise der Häuser. Ein Beben hat eine Magnitude, aber viele Intensitäten.

Wie berechnet man die Entfernung zum Epizentrum?

Auf dem Seismogramm misst man den Zeitunterschied zwischen dem Eintreffen der P- und der S-Wellen: Je weiter die Station entfernt ist, desto größer ist er. Bei typischen Geschwindigkeiten von 6 und 3 km/s ist die Entfernung etwa das 6-Fache des Zeitunterschieds in Sekunden. Eine Station liefert einen Kreis möglicher Epizentren, drei Stationen ergeben einen gemeinsamen Schnittpunkt (Triangulation).

Wie viel stärker ist ein Erdbeben der Magnitude 7 als eines der Magnitude 6?

Die Wellenamplitude ist 10-mal größer, die freigesetzte Energie etwa 31,6-mal größer. Die Skala ist logarithmisch: Ein Beben der Magnitude 8 setzt etwa 1.000-mal so viel Energie frei wie eines der Magnitude 6, denn 31,6 · 31,6 = 1.000.

Gibt es Erdbeben in Deutschland?

Ja, aber meist schwache. Deutschland liegt im Inneren der Eurasischen Platte; Erdbeben treten vor allem in der Niederrheinischen Bucht (Köln, Aachen), im Oberrheingraben, auf der Schwäbischen Alb und im Vogtland auf. Das stärkste Beben der letzten Jahrzehnte war das von Roermond 1992 an der niederländischen Grenze. Für Gebäude gelten in gefährdeten Gebieten Erdbebenzonen (0 bis 3) nach der Norm DIN EN 1998-1. Die Daten sammeln unter anderem das GFZ in Potsdam und die BGR.