Psychologie

Freud und die Psychoanalyse: Es, Ich, Über-Ich + 7 Aufgaben

Freuds Psychoanalyse teilt die Psyche in Es, Ich und Über-Ich und deutet Träume als verkleidete verdrängte Wünsche. Zusammenfassung mit Tabellen und Aufgaben.

Empfohlen für: 11. Klasse · 12. Klasse

Sigmund Freud (Freiberg in Mähren, 1856 - London, 1939) begründete die Psychoanalyse: die Theorie, dass der größte Teil des Seelenlebens unbewusst ist und sich in Träumen, Versprechern und Symptomen zeigt. Sein Strukturmodell teilt die Psyche in drei Instanzen: Es, Ich und Über-Ich.

Wer war Freud und wie entsteht die Psychoanalyse

Freud war ein Wiener Neurologe. 1885/86 studierte er in Paris bei Jean-Martin Charcot, der zu Hysterie und Hypnose arbeitete, und untersuchte mit Josef Breuer den Fall der Anna O., einer Patientin, die die Behandlung ‘talking cure’ nannte, Heilung durch Sprechen. Daraus entstanden die Studien über Hysterie (1895).

Danach gab Freud Hypnose und kathartische Methode auf und ersetzte sie durch die freie Assoziation: Der Patient sagt alles, was ihm einfällt, ohne auszuwählen, und der Analytiker deutet die Zusammenhänge. So entsteht die Psychoanalyse als Heilverfahren und als Theorie der Seele.

JahrWerk oder EreignisKernidee
1895Studien über Hysterie (mit Breuer)Symptome entstehen aus verdrängten Erinnerungen
1899 (datiert 1900)Die Traumdeutungder Traum erfüllt einen verdrängten Wunsch
1901Zur Psychopathologie des AlltagslebensVersprecher und Fehlleistungen haben Sinn
1905Drei Abhandlungen zur Sexualtheoriekindliche Sexualität und psychosexuelle Phasen
1920Jenseits des LustprinzipsLebenstrieb und Todestrieb
1923Das Ich und das EsStrukturmodell: Es, Ich, Über-Ich
1938Emigration nach Londoner stirbt 1939

Das Unbewusste und das topische Modell

Das topische Modell beschreibt die Psyche in Ebenen: das Bewusste (was uns gerade klar ist), das Vorbewusste (Inhalte, die wir mit Mühe abrufen können, etwa eine Telefonnummer) und das Unbewusste (verdrängte Inhalte, nicht direkt zugänglich).

Den Inhalt des Unbewussten speist die Verdrängung: Ein zu schmerzhafter oder unannehmbarer Wunsch oder eine solche Erinnerung wird aus dem Bewusstsein gedrängt. Sie verschwindet nicht, sondern kehrt entstellt in Träumen, Versprechern und Symptomen wieder. Häufig dient das Eisberg-Bild, dessen sichtbare Spitze das Bewusstsein darstellt.

Das Strukturmodell: Es, Ich, Über-Ich

Ab 1923 beschreibt Freud die Psyche als Instanzen, die im Konflikt stehen.

InstanzPrinzipFunktionBeispiel
EsLustTriebe, sofortige Befriedigung, unbewusst’Ich will es jetzt’
IchRealitätvermittelt zwischen Es, Über-Ich und Außenwelt’Ich warte auf den richtigen Moment’
Über-IchMoralverinnerlichte Normen und Ideale, innerer Richter’Das tut man nicht, schäm dich’

Das Ich ist der schwächste Teil: Es muss die Forderungen des Es, die Verbote des Über-Ichs und die Grenzen der Realität vereinbaren. Wird der Konflikt zu stark, entsteht Angst, und das Ich schützt sich mit Abwehrmechanismen. Das Über-Ich bildet sich vor allem durch die Auflösung des Ödipuskomplexes, durch Identifikation mit den Eltern.

Die Triebe: Eros und Thanatos

Zunächst stellt Freud die Libido in den Mittelpunkt, die Energie des Sexualtriebs im weiten Sinn des Lustgewinns. Ab 1920 entwirft er einen Dualismus: den Lebenstrieb (Eros), der verbinden und erhalten will, und den Todestrieb (Thanatos), der zur Zerstörung und zur Rückkehr in den anorganischen Zustand strebt. In Das Unbehagen in der Kultur (1930) erscheint die Zivilisation als Ergebnis eines Triebverzichts, der Unglück erzeugt.

Die Abwehrmechanismen

Das sind unbewusste Strategien, mit denen das Ich Angst vermindert. Die systematische Liste stammt von Anna Freud (1936).

MechanismusWas er tutBeispiel
Verdrängunghält Schmerzhaftes aus dem Bewusstsein fernich vergesse einen unangenehmen Termin
Verleugnungweist eine schmerzhafte Realität zurück’es ist nichts passiert’
Projektionschreibt anderen ein eigenes Gefühl zu’du bist es, der sauer auf mich ist’
Verschiebunglenkt die Emotion auf ein sichereres ZielWut auf den Chef an Angehörigen auslassen
Sublimierunglenkt den Trieb in geschätzte TätigkeitenAggression wird Sport oder Kunst
RegressionRückfall in Verhalten früherer Phasenunter Stress am Daumen lutschen
Reaktionsbildungverkehrt ein Gefühl in sein Gegenteilübertriebene Freundlichkeit gegenüber Gehasstem
Rationalisierungplausible, aber falsche Rechtfertigung’die Note war ungerecht’

Die Traumdeutung

Für Freud ist der Traum der ‘Königsweg’ zum Unbewussten, weil im Schlaf die Zensur nachlässt. Der Traum ist die verkleidete Erfüllung eines verdrängten Wunsches. Er unterscheidet zwei Ebenen:

  • manifester Trauminhalt: das, woran man sich erinnert;
  • latenter Trauminhalt: der verborgene Sinn, durch freie Assoziation rekonstruiert.

Der Übergang vom Latenten zum Manifesten geschieht durch die Traumarbeit: Verdichtung (mehrere Elemente verschmelzen zu einem), Verschiebung (der Akzent wandert auf ein Nebendetail), Symbolisierung (Bilder stehen für anderes) und sekundäre Bearbeitung (der Traum wird beim Erwachen stimmig gemacht).

Psychosexuelle Entwicklung und Ödipuskomplex

Nach Freud beginnt die Sexualität nicht erst in der Pubertät: Die Kindheit durchläuft Phasen, in denen sich die Libido auf unterschiedliche Körperzonen richtet. Die Altersangaben sind Richtwerte.

PhaseAlter ca.Zone und ThemaMögliche Fixierung
Oral0 bis 1,5 JahreMund, Nahrung, AbhängigkeitRauchen, Essen, viel Reden
Anal1,5 bis 3 JahreKontrolle der Ausscheidungstarre Ordnung oder Unordnung
Phallisch3 bis 6 JahreGenitalien, ÖdipuskomplexKonkurrenzdenken, Bewunderungsbedürfnis
Latenz6 Jahre bis PubertätTrieb weniger sichtbarSchule und Freundschaften
Genitalab der Pubertäterwachsene Sexualitätreife Beziehungen

Der Ödipuskomplex (nach dem Mythos von König Ödipus, der seinen Vater tötet und seine Mutter heiratet) ist das Begehren des Kindes nach dem gegengeschlechtlichen Elternteil, verbunden mit Rivalität gegenüber dem anderen. Er löst sich durch Identifikation mit dem rivalisierenden Elternteil und ist entscheidend für die Bildung des Über-Ichs.

Die psychoanalytische Therapie

Die Behandlung beruht auf einem Setting (regelmäßige Sitzungen, Patient auf der Couch) und einigen Werkzeugen: freie Assoziation, Deutung von Träumen und Fehlleistungen und Analyse der Übertragung, also der Wiederholung früherer Gefühle gegenüber Bezugspersonen nun am Analytiker. Wird Unbewusstes bewusst, soll das Symptom nachlassen.

Abtrünnige und Kritik

Aus Freuds Kreis lösten sich Alfred Adler (Individualpsychologie, Minderwertigkeitskomplex) und Carl Gustav Jung (kollektives Unbewusstes, Archetypen). Drei Kritikpunkte stehen im Vordergrund: die mangelnde Falsifizierbarkeit, die Karl Popper bemängelte; das übergroße Gewicht der Sexualität; und die schmale empirische Basis aus wenigen Fallstudien. Für eine antike Vorstellung einer in Teile gegliederten Seele lies die Philosophie Platons.

Die häufigsten Fehler

  • Behaupten, Freud habe das Unbewusste entdeckt. Die Idee gab es schon, Freud macht sie zum Zentrum einer Theorie.
  • Es und Über-Ich verwechseln. Beide setzen das Ich unter Druck, aber das Es drängt zur Lust, das Über-Ich verbietet.
  • Das Realitätsprinzip dem Es zuschreiben. Es gehört zum Ich.
  • Verdrängung für bloßes Vergessen halten. Sie ist ein aktiver, unbewusster Vorgang.
  • Alles auf Sexualität reduzieren. Libido heißt für Freud Lustgewinn im weiten Sinn, und ab 1920 kommt der Todestrieb hinzu.
  • Manifesten und latenten Inhalt verwechseln. Manifest ist der erzählte Traum, latent der verborgene Sinn.
  • Die Phasen als exakte Daten nehmen. Die Altersangaben sind Richtwerte.

Übersicht

BegriffKurzdefinition
Unbewusstesverdrängte Inhalte, die das Verhalten beeinflussen
Verdrängungdrängt Unannehmbares aus dem Bewusstsein
Freie AssoziationMethode, Unbewusstes zutage zu fördern
Es, Ich, Über-IchTriebe, Vermittlung mit der Realität, verinnerlichte Normen
LibidoEnergie des Sexualtriebs
ÜbertragungWiederholung früherer Gefühle am Analytiker
ÖdipuskomplexBegehren eines Elternteils und Rivalität mit dem anderen

In den Aufgaben findest du die Chronologie der Werke, ein Richtig-oder-falsch, das Erkennen der drei Instanzen, die Abwehrmechanismen, die Analyse eines Traums, die psychosexuellen Phasen und den kritischen Vergleich mit dem Behaviorismus.

Gelöste Aufgaben

1. Bringe diese Ereignisse aus Freuds Leben und Werk in die richtige zeitliche Reihenfolge: a) Das Ich und das Es; b) Die Traumdeutung; c) Studien über Hysterie mit Breuer; d) Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie; e) Jenseits des Lustprinzips; f) die Emigration nach London. base

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  1. Ich beginne mit den Studien über Hysterie (1895), die er mit Josef Breuer schrieb: die kathartische Methode, noch vor der eigentlichen Psychoanalyse.
  2. Es folgt Die Traumdeutung, 1899 erschienen und auf dem Titelblatt auf 1900 datiert: das Werk, das die Theorie des Unbewussten begründet.
  3. Dann die Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905), in denen die psychosexuellen Phasen auftauchen.
  4. 1920 ergänzt Jenseits des Lustprinzips den Lebenstrieb um den Todestrieb; 1923 stellt Das Ich und das Es das Strukturmodell vor.
  5. Schließlich verlässt Freud 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, Wien und geht nach London, wo er 1939 stirbt.

Ergebnis: c) 1895, b) 1899/1900, d) 1905, e) 1920, a) 1923, f) 1938

2. Richtig oder falsch? Berichtige die falschen Aussagen. a) Freud war der Erste, der behauptete, es gebe ein Unbewusstes. b) Das Es folgt dem Realitätsprinzip. c) Das Über-Ich entspricht dem moralischen Gewissen. d) Freud benutzte in der Therapie immer Hypnose. e) Für Freud ist der Traum der 'Königsweg' zum Unbewussten. base

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  1. a) Falsch: Die Idee nicht bewusster seelischer Vorgänge war schon im 19. Jahrhundert verbreitet. Freuds Verdienst ist es, daraus das Fundament einer systematischen Theorie und Therapie zu machen.
  2. b) Falsch: Das Es folgt dem Lustprinzip und verlangt sofortige Befriedigung. Das Realitätsprinzip gehört zum Ich, das zwischen Trieben und Außenwelt vermittelt.
  3. c) Richtig: Das Über-Ich verinnerlicht Verbote und Ideale der Eltern und der Gesellschaft und wirkt als innerer Richter (Schuldgefühl).
  4. d) Falsch: Freud nutzte Hypnose anfangs, gab sie aber auf, weil nicht jeder Patient hypnotisierbar war und die Erfolge nicht lange anhielten. Er ersetzte sie durch die freie Assoziation.
  5. e) Richtig: Der Ausdruck stammt aus der Traumdeutung: Im Traum finden verdrängte Wünsche Ausdruck, wenn auch verkleidet.

Ergebnis: a) Falsch; b) Falsch (es folgt dem Lustprinzip); c) Richtig; d) Falsch (er gab die Hypnose zugunsten der freien Assoziation auf); e) Richtig

3. Gib für jeden Satz an, welche psychische Instanz (Es, Ich, Über-Ich) spricht. 1) 'Ich will das Eis, und zwar sofort!' 2) 'Erst mache ich die Hausaufgaben, dann kaufe ich es.' 3) 'Süßigkeiten essen ist falsch, du solltest dich schämen.' 4) 'Wenn ich es klaue, erwischen sie mich, also bezahle ich lieber.' base

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  1. 1) Es: unmittelbare Forderung nach Befriedigung, ohne an Folgen zu denken (Lustprinzip).
  2. 2) Ich: schiebt die Befriedigung auf und berücksichtigt Zeit und Realität (Realitätsprinzip).
  3. 3) Über-Ich: verinnerlichtes moralisches Urteil, das Schuld und Scham erzeugt.
  4. 4) Ich: wägt die Folgen in der Außenwelt ab und wählt die Lösung, die Wunsch und Regeln vereinbart.
  5. Hinweis: Das Ich dient drei Herren, dem Es, dem Über-Ich und der äußeren Realität. Deshalb beschreibt Freud es als eine Instanz, die ständig unter Druck steht.

Ergebnis: 1) Es; 2) Ich; 3) Über-Ich; 4) Ich

4. Erkenne in jedem Fall den Abwehrmechanismus. 1) Nach einer Rüge seines Chefs streitet Markus mit seiner Schwester. 2) Julia vergisst einen Termin mit einer Person, die sie nicht mag. 3) Lukas fällt durch die Klausur und sagt, der Lehrer habe es auf ihn abgesehen. 4) Anna kaut unter Stress wieder an den Nägeln wie als Kind. 5) Paul, von Natur aus aggressiv, wird Chirurg. 6) Sarah, die auf eine Freundin wütend ist, überhäuft sie mit Freundlichkeiten. intermedio

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  1. 1) Verschiebung: Die Aggression, die ihr eigentliches Ziel (den Chef) nicht treffen kann, wird auf ein sichereres Ziel gelenkt.
  2. 2) Verdrängung: Die unangenehme Erinnerung wird aus dem Bewusstsein ferngehalten. Das ist der Grundmechanismus, von dem Freud ausgeht.
  3. 3) Projektion oder Rationalisierung: Wenn Lukas dem Lehrer eine Feindseligkeit zuschreibt, die nicht existiert, ist es Projektion; wenn er eine plausible Ausrede erfindet, um nicht zuzugeben, dass er nicht gelernt hat, ist es Rationalisierung. Der Fall ist mehrdeutig, daher zählt der Wortlaut der Aufgabe.
  4. 4) Regression: Rückfall in ein Verhalten einer früheren Entwicklungsstufe.
  5. 5) Sublimierung: Der aggressive Trieb wird in eine gesellschaftlich geschätzte Tätigkeit gelenkt. Für Freud ist das der gesündeste Mechanismus.
  6. 6) Reaktionsbildung: Das unannehmbare Gefühl wird in sein Gegenteil verkehrt.

Ergebnis: 1) Verschiebung; 2) Verdrängung; 3) Rationalisierung (oder Projektion, wenn dem Lehrer Feindseligkeit unterstellt wird); 4) Regression; 5) Sublimierung; 6) Reaktionsbildung

5. Eine Schülerin erzählt diesen Traum: Sie sitzt in einer Prüfung vor einer Gestalt mit dem Gesicht ihrer Lehrerin und der Stimme ihres Vaters und kann das Blatt nicht lesen. Erkläre, wie Freud ihn deuten würde: Unterscheide manifesten und latenten Trauminhalt und nenne die Mechanismen der Traumarbeit. intermedio

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  1. Manifester Trauminhalt: das, woran sich die Träumerin erinnert, also Prüfung, Mischgestalt und unlesbares Blatt.
  2. Latenter Trauminhalt: der verdrängte Wunsch oder die verdrängte Sorge, die der Traum verkleidet ausdrückt. Er wird durch freie Assoziation rekonstruiert, indem die Träumerin zu jedem Element erzählt.
  3. Verdichtung: Zwei verschiedene Personen (Lehrerin und Vater) verschmelzen zu einem Bild, der manifeste Traum ist also viel ärmer als der latente Sinn.
  4. Symbolisierung: Prüfung und unlesbares Blatt können die Angst vor Beurteilung und vor dem Nichterfüllen von Erwartungen darstellen.
  5. Verschiebung: Die Angst kann auf ein scheinbar nebensächliches Detail (das Blatt) verschoben sein, um das eigentliche Objekt zu verbergen, vielleicht das Urteil des Vaters.
  6. Methodische Vorsicht: Für Freud ergibt sich die Bedeutung nicht aus einem Symbollexikon, sondern aus den persönlichen Assoziationen der Träumenden. Ohne sie bleibt die Deutung eine Hypothese.

Ergebnis: Manifester Inhalt: Prüfung, Mischgestalt, unlesbares Blatt. Latenter Inhalt: Angst vor Beurteilung und Erwartungen, vielleicht mit dem Vater verbunden, durch freie Assoziation rekonstruiert. Traumarbeit: Verdichtung (Lehrerin + Vater), Symbolisierung (Prüfung und Blatt), Verschiebung der Angst auf ein Detail.

6. Ordne jedes Verhalten Erwachsener der psychosexuellen Phase einer möglichen Fixierung zu und nenne das ungefähre Alter. 1) Ständiges Rauchen, Essen oder Reden. 2) Zwang zu Ordnung, Pünktlichkeit und Kontrolle. 3) Konkurrenzdenken und Bedürfnis nach Bewunderung. Erkläre danach, wo Freud den Ödipuskomplex einordnet und was die Latenzphase ist. avanzato

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  1. Es gibt fünf Phasen: oral (etwa 0 bis 1,5 Jahre), anal (etwa 1,5 bis 3), phallisch (etwa 3 bis 6), Latenz (6 Jahre bis zur Pubertät) und genital (ab der Pubertät). Die Altersangaben sind Richtwerte.
  2. 1) Orale Fixierung: Die Libido konzentriert sich auf den Mund und das Bedürfnis nach Nahrung und Kontakt.
  3. 2) Anale Fixierung: verbunden mit der Sauberkeitserziehung; Körperkontrolle wird zu Kontrolle überhaupt (analer Charakter).
  4. 3) Phallische Fixierung: verbunden mit der Phase, in der das Kind den Geschlechtsunterschied entdeckt und sich an den Eltern misst.
  5. Der Ödipuskomplex gehört in die phallische Phase: Das Kind begehrt den gegengeschlechtlichen Elternteil und empfindet Rivalität gegenüber dem gleichgeschlechtlichen. Er löst sich durch Identifikation mit dem rivalisierenden Elternteil, was zur Bildung des Über-Ichs beiträgt.
  6. Die Latenzphase ist die Zeit, in der der Sexualtrieb weniger sichtbar ist und die Energie in Lernen und soziales Leben fließt.
  7. Achtung: In Freuds Theorie hat 'sexuell' eine sehr weite Bedeutung, nämlich Streben nach körperlicher Lust, und deckt sich nicht mit der Sexualität Erwachsener.

Ergebnis: 1) oral; 2) anal; 3) phallisch. Ödipuskomplex: phallische Phase (etwa 3 bis 6 Jahre), löst sich durch Identifikation und begründet das Über-Ich. Latenz: 6 Jahre bis Pubertät, Trieb weniger sichtbar, Energie geht in Schule und Freundschaften.

7. Vergleiche argumentativ die Psychoanalyse mit dem Behaviorismus von Pawlow und Skinner in drei Punkten: Untersuchungsgegenstand, Methode und Hauptkritik. Was bedeutet es, dass die Psychoanalyse nach Popper nicht 'falsifizierbar' ist? avanzato

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  1. Untersuchungsgegenstand: Die Psychoanalyse erforscht das innere Seelenleben, vor allem das Unbewusste und den Konflikt. Der Behaviorismus untersucht nur beobachtbares Verhalten und lehnt es ab, sich auf nicht messbare innere Größen zu stützen.
  2. Methode: Die Psychoanalyse arbeitet mit dem klinischen Gespräch, der freien Assoziation und der Deutung von Träumen und Fehlleistungen, also mit Einzelfällen. Der Behaviorismus arbeitet mit Laborexperimenten und kontrollierten, messbaren Variablen.
  3. Kritik an der Psychoanalyse: Ihre Thesen sind schwer überprüfbar, und viele stützen sich auf wenige Fallstudien, die vom Theoretiker selbst gedeutet wurden.
  4. Kritik am Behaviorismus: Er ignoriert innere mentale Prozesse, die die kognitive Psychologie ab den 1950er-Jahren wieder einführt.
  5. Für Popper ist eine Theorie wissenschaftlich, wenn eine mögliche Beobachtung sie widerlegen könnte. Seiner Ansicht nach erklärt die Psychoanalyse jedes Verhalten, sogar das Gegenteil des Vorhergesagten (etwa durch Reaktionsbildung), sodass kein Datum sie widerlegen könnte.
  6. Ausgewogenes Urteil: Freuds historischer und begrifflicher Wert (Unbewusstes, Abwehr, Kindheit) bleibt anerkannt, auch wenn viele spezifische Thesen umstritten sind.

Ergebnis: Psychoanalyse: untersucht das Unbewusste durch Gespräch und Deutung, kritisiert wegen geringer Überprüfbarkeit. Behaviorismus: untersucht beobachtbares Verhalten im Experiment, kritisiert, weil er den Geist ausklammert. Für Popper ist die Psychoanalyse nicht falsifizierbar, weil sie jedes Ergebnis erklären kann; keine Beobachtung könnte sie widerlegen.

Häufige Fragen

Was ist das Unbewusste nach Freud?

Es ist der Teil der Psyche, der verdrängte Wünsche, Erinnerungen und Konflikte enthält. Sie sind dem Bewusstsein nicht zugänglich, beeinflussen aber weiter Denken und Verhalten und zeigen sich indirekt in Träumen, Versprechern, Fehlleistungen und neurotischen Symptomen.

Was ist der Unterschied zwischen Es, Ich und Über-Ich?

Das Es ist das Reservoir der Triebe und folgt dem Lustprinzip. Das Ich vermittelt nach dem Realitätsprinzip zwischen Trieben, Realität und Regeln. Das Über-Ich ist das verinnerlichte moralische Gewissen, das urteilt und Schuld erzeugt. Dieses Strukturmodell stellte Freud 1923 vor.

Welche Abwehrmechanismen gibt es nach Freud?

Es sind unbewusste Strategien, mit denen sich das Ich vor Angst schützt. Die wichtigsten sind Verdrängung, Verleugnung, Projektion, Verschiebung, Sublimierung, Regression, Reaktionsbildung und Rationalisierung. Die systematische Liste geht vor allem auf Anna Freud (1936) zurück.

Welche psychosexuellen Entwicklungsphasen gibt es?

Es sind fünf: orale, anale, phallische Phase, Latenz und genitale Phase. Nach Freud kann Frustration oder übermäßige Befriedigung in einer Phase zu einer Fixierung führen, die Spuren im Charakter des Erwachsenen hinterlässt.

Warum wird Freud heute kritisiert?

Wegen der geringen experimentellen Überprüfbarkeit, des großen Gewichts der Sexualität und weil viele Theorien auf wenigen Fallstudien beruhen. Dennoch bleibt er für Psychologie, Kultur und Alltagssprache sehr einflussreich, und viele moderne Psychotherapien gehen auf ihn zurück.